Großbrand im Dillinger Rathaus

Bei einem Großbrand ist am Abend des 26. Juli das historische Dillinger Rathaus schwer beschädigt worden. Zunächst war nur von einem Feuer im Dachstuhl des etwa 500 Jahre alten Gebäudes berichtet worden. Später griffen die Flammen aber auch auf die darunterliegenden Stockwerke bis zum 1. Stock über.

Das Rathaus stand lichterloh in Flammen, zu großen Teilen brannte es aus. Nach etwa zwei Stunden hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte mussten allerdings noch Glutnester bekämpfen.

Im Gebäude sollte an diesem Abend um 19 Uhr eine Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stattfinden. Einige der Stadträte wurden auf den Brand aufmerksam und versuchten laut Polizei noch, diesen zu löschen. Das Feuer breitete sich jedoch zu schnell aus und griff auf das gesamte Gebäude über.

Die Ursache des Feuers war zunächst völlig unklar. "Die Kripo ist vor Ort, kann aber noch nicht ins Rathaus hinein", erklärte der Polizeisprecher. Die Ermittler müssen herausfinden, ob vielleicht jüngste Bauarbeiten für den Brand verantwortlich sind. Teilweise war das Gebäude noch eingerüstet, als das Feuer entstand. Auch die Schadenshöhe war zunächst noch nicht abzuschätzen.

Bei dem Brand gab es glücklicherweise keine Verletzten. Oberbürgermeister Frank Kunz zeigte sich geschockt und tief betroffen.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr Markus Pfeifer sagte, dass das Gebäude zwar nicht akut einsturzgefährdet sei, es aber weiträumig abgesperrt werden müsse. Mittlerweile hat das Rathaus ein Gerüst, dass die Fassade stützen soll.

Der verheerende Rathausbrand in Dillingen hatte wohl eine technische Ursache.

Das hat uns der Leiter der Kriminalpolizei Peter Timko  bestätigt. Nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen werden können, stehen alte Kabel im Verdacht, das Feuer ausgelöst zu haben. Eines davon könnte heiß geworden sein und einen Balken entzündet haben, an dem es festgemacht war.

Der abgebrannte Teil des Gebäudes soll jetzt ein bewegliches Notdach bekommen. Nach Auskunft der Stadt soll damit verhindert werden, dass bei Regen weitere Feuchtigkeit eindringt. Wann das Dach installiert werden kann, ist noch unklar.

Der Schaden geht in die Millionenhöhe. Die Verwaltung hat die Arbeit mittlerweile wieder aufgenommen. Bürger werden im Bürgerbüro empfangen.

Auch die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Mittlerweile sind Spezialfirmen damit beschäftigt, den zerstörten Dachstuhl zu entfernen. Weil dafür ein Kran, Container und weitere Fahrzeuge benötigt werden, bleibt die Königsstraße vorerst weiter gesperrt. Außerdem wird der Wiederaufbau geplant: Zur Zeit ermitteln Statiker, ob und wie es mit dem zerstörten Gebäudeteil weitergehen kann.

Mitteilungen der Stadt Dillingen finden Sie hier.

Das Alte Rathaus wurde um 1500 erbaut. Ein angrenzendes Gebäude, das im 17. Jahrhundert als Palais eines adeligen Hofbeamten errichtet wurde, ist später als Erweiterung des Rathauses von der Stadt gekauft worden.